IPC/WHMA-A-620
Training Type
PIEK and IPC Training
Name
IPC/WHMA-A-620

In vielen Fällen werden die Signale in einem elektronischen Produkt zwischen den Leiterplattenbestückungen durch Drähte transportiert. Im Allgemeinen sind diese zu Drahtbündeln zusammengefügt und man spricht von Kabelbäumen. Die Verbindung zur „Außenwelt“ erfolgt häufig auch durch Drähte. In diesem Fall spricht man von Kabel. Kabel gibt es in verschiedenen Formen, Längen und Konfigurationen mit Konnektoren in diversen Formen und Anzahlen von Kontakten. Die elektrischen Verbindungen werden durch Konnektoren mit gelöteten oder gekrimpten Kontakten hergestellt. Teilweise werden Kabel an Terminals gelötet. Erdungsanschlüsse in Kabelbaum-Baugruppen werden manchmal mit Ultraschall gelötet.

Baugruppen mit Kabel können relativ einfach sein wie beispielweise das Kabel, dass den Kopfhörer mit dem MP3 Spieler verbindet. Kabel-Baugruppen können jedoch auch sehr komplex sein wie im Falle von Kabelbaum-Baugruppen, die verschiedene elektronische Kontrolleinheiten und Peripheriekomponenten einer elektronischen Installation in einem Flugzeug oder einem Raumschiff verbinden.

Auch die Betriebsbedingungen spielen eine Rolle und müssen, abhängig vom Einsatz der elektronischen Installation, unterschiedlichen Einflüssen standhalten. Dazu gehören Vibrationen, Temperaturschockes, Temperaturschwankungen, Beugen, Reißen und manchmal der Betrieb in sehr rauen Umgebungen. Abhängig vom Einsatz gibt es auch Situationen, in denen sie in Kontakt mit aggressiven Flüssigkeiten wie Öl, Benzin, Kühlflüssigkeit oder diversen anderen Chemikalien kommen.

Kabelbaum-Baugruppen sind keine Selbstverständlichkeit und müssen festgelegte Kriterien erfüllen. Hier bietet der IPC/WHMA-A-620 Standard Hilfestellung, denn der IPC/WHMA-A-620 ist der Standard für die Anforderungen und Abnahmekriterien für Kabel- und Kabelbaum-Baugruppen. Die Entwicklung erfolgte in Kooperation mit Arbeitsgruppen von IPC und WHMA, dem Verband der Kabelbaumhersteller (= Wiring Harness Manufacturing Association). Der Standard behandelt prozessabhängige Themen wie Material, Geräte und Ausrüstung, die bei den Herstellungsprozessen verwendet werden. Außerdem beinhaltet der Standard wichtige Informationen und Kriterien für die Inspektion von Kabelbaum-Baugruppen.

Die Texte des Standards sind mit umfangreichen Abbildungen und Zeichnungen ausgestattet. So ist für die Inspektoren deutlich erkennbar, worauf sie während der Beurteilung der Kabelbaum-Baugruppen achten müssen.

Die aktuelle Version des IPC/WHMA-A-620 ist die C Revision. Sie wurde von IPC im Januar 2017 veröffentlicht. Auch in dieser Version sind aktuelle Techniken und Entwicklungen aus der Kabelbaum herstellenden Industrie berücksichtigt. Kommentare und Vorschläge zu der früheren Version des Standards wurden von einem Team von Industrieexperten ausgewertet und dementsprechend wurden Änderungen in den Texten und Tabellen durchgeführt. Es wurden auch neue, besser passende Abbildungen zugefügt. Das macht den IPC/WHMA-A-620 Standard zu einem überlegenen Richtliniendokument für alle, die in der Verarbeitung, Inspektion und dem Einsatz von Kabelbaum-Baugruppen tätig sind.

Obwohl die Revision des Standards relativ neu auf dem Markt ist, sind PIEK und seine IPC Mastertrainer umfassend vorbereitet, um Sie über die geeigneten Schulungsprogramme und die aktualisierten Anforderungen des Standards zu informieren und letztendlich Sie bzw. Ihre Mitarbeiter als Certified IPC Specialist oder sogar als Certified IPC Trainer zu zertifizieren.